Monero-Mining auf dem Raspberry Pi: ehrlich eingeordnet
Beim Mining rechnet der Pi selbst mit, statt nur Daten weiterzuleiten. Das macht es technisch zum interessantesten Projekt auf dieser Seite – und wirtschaftlich zum schwächsten. Diese Seite sagt dir beides, bevor du anfängst.
Zuerst: eine Wallet anlegen
Bevor du irgendetwas installierst, brauchst du eine Adresse, an die Auszahlungen gehen. Ohne sie lässt sich der Miner nicht einmal starten. Eine Monero-Wallet ist im Grunde ein Schlüsselbund: Die öffentliche Adresse gibst du weiter, den geheimen Wiederherstellungssatz aus 25 Wörtern behältst du für dich.
- Offizielle Wallet-Software von getmonero.org laden – für den Anfang reicht die schlanke Variante ohne komplette Blockchain.
- Neue Wallet erstellen und ein Passwort vergeben.
- Den Wiederherstellungssatz aus 25 Wörtern auf Papier notieren. Nicht abfotografieren, nicht in eine Notiz-App tippen.
- Die öffentliche Adresse kopieren – sie beginnt mit einer 4 und ist recht lang.
Der Wiederherstellungssatz ist das Geld Wer ihn hat, hat Zugriff. Wer ihn verliert, verliert alles – es gibt keine Hotline, die das zurücksetzt. Und: Tippe die Empfangsadresse später niemals ab, sondern kopiere sie immer. Ein Zahlendreher bedeutet, dass Auszahlungen ins Nichts gehen.
XMRig selbst bauen
Den Miner kompilierst du einmal selbst. Das dauert je nach Pi-Modell einige Minuten.
sudo apt install git build-essential cmake libuv1-dev libssl-dev libhwloc-dev -y
git clone https://github.com/xmrig/xmrig.git
cd xmrig && mkdir build && cd build
cmake .. && make
In einer screen-Sitzung starten
Warum hier screen auftaucht – und nur hier
XMRig läuft im Vordergrund. Schließt du das SSH-Fenster, ist der Miner weg. screen legt eine Sitzung an, die unabhängig von deiner Verbindung weiterläuft. Bei den Docker-Diensten brauchst du das nicht – dort erledigt --restart unless-stopped dieselbe Aufgabe.
sudo apt install screen -y
screen -S miner
./xmrig -o gulf.moneroocean.stream:80 -u [DEINE_WALLET_ADRESSE] -p [NAME_FUER_DEN_PI]
# Trennen: Strg+A, dann D · Zurück: screen -r miner · Übersicht: screen -ls
Was die Parameter bedeuten:
-o— Adresse und Port des Mining-Pools-u— deine Wallet-Adresse aus dem Schritt oben-p— ein frei wählbarer Gerätename
Woran es scheitert
- Dauerlast heizt den Pi auf – ohne Kühlkörper drosselt er und rechnet noch langsamer
- Der Verbrauch steigt deutlich über den Leerlaufwert von etwa zwei bis fünf Watt
- Eine screen-Sitzung überlebt keinen Neustart des Systems
Rechne selbst nach, statt Versprechen zu glauben: Auf der Startseite steht ein Rechner, in den du deinen tatsächlichen Verbrauch und deinen Strompreis einträgst. Bei Dauerlast liegt der Verbrauch deutlich höher als der dort voreingestellte Leerlaufwert.